Studien haben gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spezifische Antikörper entwickeln, die gegen das N- oder S-Protein gerichtet sind und im Schnitt ca. 5–12 Tage (IgM) bzw. 14 Tage (IgG/IgA) nach Symptombeginn nachweisbar sind (32, 143-147). Durch Tierversuche an Rhesusaffen (148), früheren Erkenntnissen zu SARS sowie Plausibilitätsannahmen gehen Experten davon aus, dass genesene Patienten ein nur sehr geringes Reinfektionsrisiko haben. Unklar ist, wie regelhaft, robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird. Die Erfahrungen mit anderen Coronaviren-Infektionen (SARS und MERS) deuten darauf hin, dass die Immunität bis zu drei Jahre anhalten könnte (149-152). Um das genauer zu bestimmen, sind serologische Längsschnittstudien erforderlich, die die Immunität der Patienten über einen längeren Zeitraum beobachten  (Quelle RKI, 15.5.2020)

 

Aktuell steht kein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 zur Verfügung. Laut einer aktuellen Übersichtsarbeit befinden sich mit Stand 8. April 2020 mehr als 100 Impfstoff-Kandidaten in der Entwicklung, die auf unterschiedlichen Plattformen aufbauen (z. B. DNA, RNA, Protein Subunit oder Vektor-Impfstoffe)(142). Die meisten Impfstoff-Kandidaten befinden sich derzeit noch in der prä-klinischen bzw. explorativen Entwicklungsphase. Aktuell werden zehn Impfstoff-Kandidaten in klinischen Studien untersucht (Stand 7. Mai 2020), wobei sich ein Kandidat bereits in einer klinische Phase II Studie und mehrere in kombinierten Phase I/II Studien befinden. Weitere Entwickler haben den Beginn von Studien der klinischen Phase I für Mai/Juni angekündigt (Quelle RKI, 15.5.2020)